Gütersloh, 19.07.2020

Ein Mammut-Einsatz geht zu Ende

Die Küchen sind kalt, die Zelte abgebaut. Die letzten Frühstückstüten und Thermobehälter für die Verpflegung des Corona-Großeinsatzes haben unseren Ortsverband am Freitag verlassen. Es war ein Mammut-Einsatz wie man ihn selten erlebt. In den letzten 4 Wochen haben wir mit Helferinnen und Helfern aus 14 Ortsverbänden insgesamt über 34.000 Mahlzeiten zubereitet.

Fotos: Joel Klaßen/ Regionalstelle Bielefeld, Jessica Sybertz/ THW Jülich, Ramona Müller/ THW Gütersloh

Wer beim THW ist, lernt schnell das Motto "Ohne Mampf kein Kampf".  Der Einsatz war nicht nur für das THW eine absolute Ausnahmesituation sondern auch für alle anderen Einsatzkräfte von Behörden, Hilfsorganisationen und Bundeswehr.

 

Eine gute Verpflegung ist dabei die Grundlage für einsatzfähige Kräfte. So war es für uns selbstverständlich, keine Dosensuppen oder Fertiggerichte zu verwenden. In unserem Ortsverband wurde jeden Tag frisch gekocht. Ein Auszug aus dem Speiseplan zeigt: "Mini-Haxen mit Spätzle und Rotkohl", "Hähnchenkeule mit Mischgemüse und Reis", "Käsespätzle" oder "Currywurst mit selbstgemachter Sauce".

 

Alle Gerichte wurden in den 4 THW-Feldküchen aus Bielefeld, Dortmund, Gütersloh und Münster zubereitet. Nachdem die Zahlen der Einsatzkräfte immer weiter anstiegen, wurde von kleineren Kühlanhängern auf einen ganzen Kühl-Sattelzug mit Gefriereinheit umgerüstet. Daneben waren 2 Spülküchen im Einsatz um die großen Mengen an Kochgeschirr wieder ordnungsgemäß zu reinigen.

 

Nicht nur bei der Mittagsverpflegung wurde viel Wert auf gute Qualität gelegt. Auch in den Frühstückstüten waren neben Brötchen zahlreiche Leckereien wie Kuchen, Obst und Süßes. In Spitzenzeiten haben wir bereits um 3 Uhr in der Nacht angefangen den ersten Kaffee aufzusetzen und die ersten Brötchen zu schmieren um die täglich knapp 800 Frühstücke für etwa 8 Einsatzstellen pünktlich fertig zu bekommen.

Insgesamt sind so allein für die leibliche Versorgung der Einsatzkräfte ca. 11.500 Helferstunden zusammen gekommen.

Um alle Mahlzeiten auf den Punkt fertig zu bekommen brauchte es genaue Planung und Organisationstalent aber auch gute Improvisation und schnelle Reaktionen auf kurzfristige Anforderungsänderungen.

 

 

Vor einigen Tagen wurde bereits unsere andere Einsatzstelle in Verl geschlossen.

Von dort aus wurden etwa 100 Tonnen Lebensmittel und Hygieneartikel an die in Quarantäne befindlichen Haushalte verteilt. Helferinnen und Helfer aus 23 Ortsverbänden waren so für die Kommissionierung und Auslieferung von über 4600 Paketen zuständig. Zu Beginn wurde die Auslieferung zudem durch weitere Organisationen wie dem Arbeiter-Samariter-Bund, dem Deutschen Roten Kreuz, dem Malteser-Hilfsdienst und der Johanniter-Unfall-Hilfe unterstützt.

 

In den Paketen befanden sich Grundnahrungsmittel wie Brot, Nudeln oder Reis aber auch Hygieneartikel und nach Bedarf auch besondere Produkte für Babys oder Kleinkinder. Mit Mund-und-Nasenschutz und Handschuhen ausgestattet wurden die Versorgungspakete vor der Haustür der Bewohner abgestellt. Mit einem Abstand von mindestens 3 Metern haben wir uns außerdem noch einmal rückversichert ob in den Haushalten sonst noch etwas fehlt um bei Bedarf reagieren zu können.

 

 

Auch in der Einsatzleitung waren 2 unserer Fachberater ständig vertreten, bildeten die Schnittstelle zum THW und berieten zu möglichen Einsatzoptionen.

 

 

Die letzten Wochen waren anstrengend und anspruchsvoll aber sie haben vor allem auch eine Menge Spaß gemacht. Mit einem tollen, motivierten Team haben wir jede noch so stressige Phase gemeistert und sind auch auf emotionaler Ebene stärker zusammengewachsen.

 

 

Nach diesen ereignisreichen Wochen ist es ein komisches aber erleichterndes Gefühl, unseren Hof und die Fahrzeughallen wieder leer zu sehen. In den nächsten Tagen werden noch die letzten Aufräumarbeiten erledigt und unsere Fahrzeuge und Pumpenanhänger wieder auf ihren Stellplätzen geparkt.

 

 

Wir blicken mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück auf diese Tage und bedanken uns bei allen die dazu beigetragen haben diesen Einsatz gemeinsam mit uns zu bewältigen. 

Wenn dieser Einsatz uns eines gezeigt hat, ist es wie gut die Zusammenarbeit innerhalb des THW aber auch Organisationsübergreifend funktioniert. Danke!

 

 

Eingesetzt wurden Helferinnen und Helfer aus den Ortsverbänden Aachen, Bielefeld, Bünde, Detmold, Dortmund, Dorsten, Gütersloh, Herne, Lemgo, Minden, Münster, Soest, Warburg und Paderborn um die Verpflegung der Einsatzkräfte zu gewährleisten.

 

Im Einsatzabschnitt in Verl waren die Ortsverbände Beuel, Bergisch Gladbach, Bergheim, Bergneustadt, Bocholt, Brühl, Büren, Bielefeld, Detmold, Dortmund, Dülmen, Gronau, Gütersloh, Halle, Haltern am See, Iserlohn, Jülich, Köln-NW, Lemgo, Lennestadt, Lübbecke, Mönchengladbach und Viersen im Einsatz.


  • Fotos: Joel Klaßen/ Regionalstelle Bielefeld, Jessica Sybertz/ THW Jülich, Ramona Müller/ THW Gütersloh

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