Chronik

Technisches Hilfswerk Ortsverband Gütersloh

Am 22. August 1950 wurden auf Initiative von Innenminister Gustav Heinemann die Vorbereitungen für die Aufstellung des Technischen Hilfswerks (THW) begonnen. Das THW wurde zuerst als Vereinigung gegründet. 1953 erfolgte dann die Umbenennung in eine Bundesanstalt.

Der Ortsverband Gütersloh wurde im Jahre 1952 von Herrn Verwaltungsinspektor Erhard Röpnack gegründet. In den ersten Jahren waren das Büro und die Lagerräume in der Wohnung und im Keller von Herrn Röpnack in der Eichenallee 66 untergebracht.

Das bereitete auch keine Schwierigkeiten, da die Ausstattung des THW Gütersloh in den ersten Jahren auch sehr überschaubar war. Es gab keine Motorfahrzeuge und die Geräte konnten problemlos in einer Schubkarre transportiert werden.

Dennoch fanden sich bis Anfang 1955 bereits 50 Mann die sich aktiv im THW Gütersloh engagierten.

Herr Röpnack war auch der erste Ortsbeauftragte des THW Gütersloh

Am 14. Mai 1955 gab es eine erste Werbeveranstaltung auf dem Rathausplatz. Hierzu erschien auch ein motorisierter Einsatzwagen mit Anhänger aus Mühlheim Ruhr. Dieses Fahrzeug führte lt. einer Zeitungsmeldung 6000 zum Teil neuzeitliche Geräte mit sich .

Einen der ersten Katastropheneinsätze hatte das THW Gütersloh am 2. März 1956. Starkes Tauwetter hatte zu schwerem Eisgang geführt und bedrohte das Stauwehr an Meiers Mühle.

Das THW konnte die zum Teil bis zu 50cm dicken Eisschollen  vom Stauwehr fernhalten und somit eine Überschwemmung der Verler Straße verhindern.

Am 8. April 1956 hat das THW Gütersloh im Rahmen einer Übung einen Schornstein auf dem Gelände der Deutschen Bundespost abgebrochen. In Ermangelung eines eigenen Transportfahrzeuges verpflichtete sich die Deutsche Bundespost das erforderliche Werkzeug mit einem Kraftwagen des Postamtes vom Geräteraum des THW und zurück zu transportieren.

Am 13. Juli 1956 hatte während eines Gewittersturmes eine Böe mehrere Bäume am Schlangenbach entwurzelt. Das THW Gütersloh beseitigte die umgestürzten Bäume.

Im Jahre 1958 wurde A. Zelzer neuer Ortsbeauftragter des THW Gütersloh. Als sein Stellvertreter fungierte Gustav Bendisch.

In 1958 ist der THW Ortsverband in eine neue Unterkunft in der Kurzen Straße 3 umgezogen.

Neuer Ortsbeauftragter wurde 1959 Gustav Bendisch, der im Mai 1960 von Paul Poppenburg abgelöst wurde.

Ebenfalls im Jahre 1960 wurde entschieden dem THW die Aufgaben der Basisorganisation für den Luftschutzhilfsdienst (LSHD) zu übertragen. Für Gütersloh standen für den Luftschutzhilfsdienst 18 Fahrzeuge bereit, die sofort nachdem geeignete Garagen zur Verfügung stehen ausgeliefert werden sollten. Das sollte aber noch einige Jahre dauern.

Einen Großeinsatz hatte das THW Gütersloh im Jahre 1965. Große Teile des Paderborner und Bürener Landes wurden von starken Überschwemmungen heimgesucht. Das THW Gütersloh hatte seinen Einsatzschwerpunkt in der Gemeinde Etteln.

Im Jahre 1966 löste Karl Heinz Kaldyk Paul Poppenburg im Amt des Ortsbeauftragten ab.

Ebenfalls in 1966 konnte der Ortsverband endlich eine angemessene Unterkunft in der Bröckhäger Str. 32 beziehen. Dank der großzügigen Unterstützung des ehemaligen Verlagsdirektors des Hauses Bertelsmann Fritz Wixforth hatte das THW nun endlich ausreichend Platz für alle Fahrzeuge und Geräte.

War die räumliche Situation jetzt erträglicher geworden zeigte sich bei der Ausstattung mit Geräten immer noch erhebliche Lücken. So verfügte der Ortsverband Gütersloh bei immerhin 10 Motorfahrzeugen über kein einziges Funkgerät. Auch war der technische Fortschritt an einem großen Teil der aus den 50er Jahren stammenden Werkzeuge vorbei gegangen.

Im Februar 1975 wurde Harald Bendisch zum neuen Ortsbeauftragten des THW Gütersloh ernannt.

Im Jahr 1978 erhielt der Ortsverband Gütersloh den ersten Gerätekraftwagen neuer Generation mit Staffelkabine und seitlich zugänglichen Gerätefächern. Für die Beschaffung dieses Fahrzeuges hatte sich MdB Dr. Otfried Henning stark gemacht.

Am 25.2.1987 hatte der Ortsverband Gütersloh einen großen Einsatz zur Beseitigung der Schäden durch Eisregen.

Ebenfalls in 1987 wurde durch den damalige Ortsbeauftragtern Harald Bendisch die Jugendgruppe des THW Gütersloh gegründet.

1993 löste Gerd Manefeld, Harald Bendisch im Amt des Ortsbeauftragten ab.

1995 gab es eine große Umstrukturierung im THW. Der klassische Bergungszug war ab sofort zwar noch die wichtigste Komponente der Gefahrenabwehr, ergänzend dazu wurden aber verschiedenen spezialisierte Fachgruppen aufgestellt. Der Ortsverband Gütersloh war insofern betroffen, als dass 2 der 3 vorhandenen Bergungszüge geschlossen wurden. Zum Ausgleich erhielt das THW Gütersloh eine Fachgruppe Logistik zugewiesen. Diese Fachgruppe Logistik besteht aus 3 Teileinheiten:

1. dem Führungstrupp,

2. LogM – das ist der Materialerhaltungstrupp, sprich eine mobile Werkstatt.

3.  LogV das ist der Verpflegungstrupp, besser bekannt unter der Bezeichnung Feldküche.

Eine Feldküche war bereits im Ortsverband vorhanden, und für die Werkstatt wurden ein LKW Kipper mit Ladekran und ein ehemaliger NVA Anhänger als mobile Werkstatt geliefert.

Der Anhänger war ein ehemaliger Funkanhänger der NVA, der ohne jegliche Ausstattung geliefert wurde. Im laufe der folgenden Monate wurde in dem Anhänger eine komplette Werkstatt eingerichtet.

Den nächsten größeren Einsatz hatte das THW Gütersloh bei der Oderflut im Jahre 1997. Fast 14 Tage waren die Gütersloher Kameraden an der Oder eingesetzt.

Zum Jahreswechsel 1999/2000 verwüstete der Orkan Lothar weite Teile Südfrankreichs. Das THW Gütersloh wurde mit 10 Helfern der Fachgruppe Logistik mit Werkstattanhänger und Bekleidungscontainer nach  Limoges entsandt um die dort eingesetzten Einheiten für 10 Tage zu unterstützen.

Im Jahre 2002 wurde entschieden dem Ortsverband Gütersloh noch eine Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen zuzuweisen.

In 2002 war der Ortsverband für 14 Tage im Kampf gegen das Elbehochwasser im Einsatz.

Im Dezember 2003 waren 10 THW Männer im Südfranzösischen Arles im Hochwassereinsatz. Dort wurden Pumpen und Fahrzeuge gewartet und verschmutzte Einsatzbekleidung gereinigt.

Im laufe des Jahres 2005 erfolgte der Umzug in die jetzige Unterkunft Am Coesfeld in Spexard.

Nachdem am 13.08.2014 unser Ortsbeauftragter Gerd Manefeld plötzlich und unerwartet verstorben ist, kam es am 17.09.2014 zur Neuwahl des Ortsbeauftragten. Seitdem steht unser Ortsverband unter der Leitung von Andre Seebald

Zusätzlich zu den Einsätzen auf Anforderung der für die Gefahrenabwehr zuständigen Stellen engagiert sich der Ortsverband auch bei regionalen Veranstaltungen.

Seit den Anfängen des Radrennens über Wasser hat das THW Gütersloh zum Beispiel die Bohlenbahn für dieses Ereignis gebaut und baut sie immer noch auf.

Auch der Verein Michaeliswoche kann in jedem Jahr auf unsere engagierte Mitarbeit zählen.

So gibt es viele Beispiele für eine intensive Einbindung in das lokale Kulturleben.